Tag 10: Masada, En Gedi & Totes Meer

Die kurze Nacht verbrachten wir unter freiem Sternenhimmel. Um 4.30 Uhr klingelte bereits der Wecker, um den Sonnenaufgang vom Berg aus pünktlich zu erleben. Dabei gingen wir die von den Römern zur Eroberung erstellte Rampe hinauf. Anschließend führte uns Ronit durch die überreste der Festung. Über den Schlangenpfad auf der Ostseite gelangten wir schließlich zum Parkplatz, wo das Frühstück auf uns wartete.

Das nächste Hightlight wartete im En Gedi Nationalpark auf uns. Das Naturschutzgebiet am Toten Meer ist eine natürliche Oase mit kleinen Süßwasser-Pools und kleinen Wasserfällen und dem bekannten David-Wasserfall.

Nach dem Bad in frischem Süßwasser fuhren wir weiter an den tiefsten Punkt der Erde, dem Toten Meer. Bei 400 Metern unter Null schwebten wir durch das salzig-ölige Wasser. Man konnte sich heute nur wünschen, nur so wenig Wunden oder Kratzer wie möglich zu haben. Auch ohne diesen brennte und juckte das Wasser wie die Hölle. Im Übrigen hatte es heute 40 Grad im Schatten, was für diese Region im Sommer fast schon etwas kühl ist ;-)

Nach diesem langen Tag und vielen neuen Eindrücken fuhren wir zurück in unsere Gastfamilien, wo wir den letzten Abend in Israel verbringen werden. Morgen früh ist nochmal Zeit für shopping und beisammensein, bevor es dann viel zu schnell wieder in Richtung Heimat geht!

Tag 9: Wüste Negev

Zu Beginn des 2-Tage-Ausflugs besuchten wir das Shanti-Haus in der Nähe des Ben-Gurion-Kibbutz in der Wüste Negev. Das Haus will obdachlosen und missbrauchten Jugendlichen eine neue Heimat und eine zweite Chance im Leben geben. Der Leiter Michal erläuterte bei einer Führung durch das architektonisch beeindruckende Gebäude die Idee und Methoden dieser in Israel einmaligen und besonderen Jugendarbeit. Das Haus finanziert sich zu 85 % aus Spenden und 15 % aus staatlichen Fördergeldern. Die Erfolgsquote, Jugendliche wieder ins normale Leben einzugliedern liegt bei 78 %. Als Gastgeschenk überließen wir der Einrichtung einige unserer Polo-Shirts. Das Haus hat die Idee von Ben Gurion aufgefasst, dass das zukünftige Leben Israels sich in der Wüste entwickeln soll.

Passend dazu fuhren wir weiter zum Grab von Ben Gurion, dem ersten Premierminister Israels. Von dort aus hatten wir einen traumhaften Blick über die Wüste Negev.

Als Überraschung warteten 10 Kamele bzw. Dromedare in der Wüste auf uns. Bei einer einstündigen Tour auf den Wüstenschiffen durch ein ausgetrocknetes Flussbett bekamen wir die Kraft der Wüstensonne deutlich zu spüren. Zudem führte uns der Ritt an einer natürlichen Oase vorbei. Unsere Kameltreiber, 3 Beduinen, hielten sich trotz der extremen Witterungsverhältnisse streng an die Fastenvorschriften des Ramadan, was bedeutet, dass sie zwischen Sonnenaufgang und -untergang weder essen noch trinken dürfen.

Nach diesem besonderen Erlebnis ging es weiter in Richtung Campingplatz, welcher genau an der Westlichen Rampe von Masada liegt. Die ursprünglich von Herodes gabaute Festung und später von Juden bewohnte Festung wurde 73 n. Chr. von den Römern belagert. Nach 3 Jahren des Widerstandes gegen die Römer entschieden sich die Juden für den Freitod, anstatt den Römern in die Hände zu fallen und versklavt zu werden. Abends bot man uns eine Licht- und Soundshow, bei der die Geschichte von Masada veranschaulicht wurde…

Tag 8: Jeep-Tour und paddeln!

Nach einem ausgiebigen Frühstück konnten wir bei einer Tour über die angrenzenden Plantagen die Vielfalt der Israelischen Früchte kennenlernen. Angefangen von Erdbeeren, Maulbeeren, Pflaumen sowie der Kaktusfeige durften wir soviel wir wollten ernten und verkosten. Danach ging es rasant zur Sache. In 4 Jeeps bretterten wir auf unasphaltierten Pisten durch die Golanhöhen. Bei einem Stopp an einem Vulkankrater bekamen wir von den Fahrern Infos zu Flora und Fauna. Interessante Wegpunkte waren ein Drusendorf und die Aussicht an einer Schnittstelle von Israel, Syrien und Libanon.

Gestärkt durch ein typisches Mittagessen mit Falafel und Humus ging es für uns weiter mit einer Paddeltour auf dem Jordan. Nach den Geschehnissen vom letzten Jahr kam dieser spontane Programmpunkt sehr überraschend und nach längeren Diskussionen der Leiter überliesen wir die Entscheidung den Teilnehmern, ob sie mitpaddeln wollen oder nicht. Eingestaubt von der Jeep-Tour war dies allerdings die perfekte Möglichkeit, sich im kühlen Nass dem Dreck zu entledigen und sich zu erfrischen. Einige bevorzugten dem Boot allerdings die Dusche!

Im Anschluss ging es nach 2 abenteuerlichen Tagen zurück in die Gastfamilien. Morgen machen wir dann den Süden unsicher!

Tag 7: See Genezareth / Golanhöhen

Am Wochenstart der Israelis machten wir uns auf den Weg in den Norden. Erstes Ziel des 2-Tage-Trips war der See Genezareth, der wohl gemerkt über 200 Meter unter dem Meeresspiegel liegt. Zudem ist er die wichtigeste Wasserquelle in Israel. Nach einem Picknick hatten wir ausführlich Zeit, uns zu baden und in der Sonne zu bräunen. Versuche, wie Jesus über das Wasser zu gehen, scheiterten allerdings kläglich!

Von 212 Metern unter Null ging es anschließend auf 1171 Meter, genauer gesagt auf den Mount Bental in den Golanhöhen. Vorher machten wir jedoch einen Zwischenstop bei einem Denkmal, welches der Eroberung der Golanhöhen durch Israel im Sechstagekrieg gilt. Dieses strategisch wichtige Gebiet gehörte vorher zu Syrien. Überreste von Bunkern und weitläufig abgesperrte Minenfelder prägen diese Landschaft. Vom Mount Bental aus hatten wir dann eine wunderschöne Aussicht auf Israel mit seinem Hermongebirge sowie auf das direkt angrenzende Syrien. Bunkeranlagen, Schützengräben und viel Stacheldraht sind die zurückgebliebenen Zeitzeugen auf dem Gipfel. Zudem frierte es uns dort bei ca. 20 Grad ungeheuerlich! ;-)

Anschließend verbrachten wir den Abend und die Nacht im Camping Sha’al.

Tag 5: Kibbutz & Strand

Heute lernten wir eine besondere Lebensform in Israel kennen: das Kibbutz! Aaron, welcher selbst vor 2 Monaten mit der Delegation von Hevel Modi’in in Ammerthal war, führte uns durch das Kibbutz Be’erot Yitzhak, der einzige verbliebene im Landkreis Modi’in. Die Idee dieser Lebensweise ist es, dass alle Bewohner gleichberechtigt sind und keine Hierarchien existieren. Alltägliche Aufgaben wie z. B. Waschen, kochen, Kindererziehung etc. werden nicht selbst von den Familien bewältigt, sondern von Gemeinschaftseinrichtungen wie Wäscherei, Kantine und Kindergärten übernommen. Das Leben im Kibbutz wird von allen gemeinsam bestimmt und getragen. Alle Einkünfte der Bewohner fließen in einen Topf, aus dem alle laufenden Kosten getragen werden und je nach Bedarf “Taschengeld” ausgezahlt wird. Dieser Kibbutz ist Selbstversorger. Auf dem Gelände befinden sich u. a. eine Rinderzucht und eine Hühnerfarm. Von der Qualität der Lebensmittel konnten wir uns in einer Pause selbst überzeugen.

Den ersten freien Nachmittag verbrachten wir am Strand von Tel Aviv und/oder schländerten über den Carmel-Markt. Den Shabbat-Abend verbringt jeder einzelne von uns in seiner Gastfamilie. Morgen wird kein Bericht folgen. Die Jugendlichen verbringen den Shabbat in der Familie und können dadurch die jüdische Lebensweise hautnah miterleben.

Shabbat-Shalom!

Tag 4: Die Reise nach Jerusalem 2

Um 8 Uhr in der Früh ging es nochmals nach Jerusalem. Diesmal nicht in die Altstadt, sondern außerhalb der Stadtmauern. Zuerst besuchten wir das Rathaus in Jerusalem, wo wir unter anderem Merav trafen, die eng mit dem Bayerischen Jugendring zusammen arbeitet. Nach einer kurzen Reflexionsrunde über den bisherigen Aufenthalt in Israel bekamen wir eine Führung durch das Gebäude. Das Highlight dabei war die Dachterasse, wovon man einen traumhaften Blick auf die gesamte Stadt hat.

Zum alltäglichen Bild in Israel gehören die Soldaten. Der Wehrdienst in Israel ist obligatorisch, Männer 3 Jahre, Frauen 2 Jahre. Die Sicherheit des Landes steht an erster Stelle, was man auch überall sofort sehen kann, z. B. Kontrollen in Einkaufszentren.

Im Anschluss fuhren wir nach Mishkenot Sha’ananim, der ersten jüdischen Ansiedlung außerhalb der geschlossenen Altstadt. Eynav hat uns die geschichtlichen Hintergründe für die Aussiedlung aus der Altstadt erläutert. Danach ging es in Richtung Hebräische Universität von Jerusalem, wo wir uns erstmal stärkten. Bei einer Führung durch die Fakultät der Naturwissenschaften wurden wir durch ein Gruselkabinett geschickt, in dem Reptilien aus aller Welt für Forschungszwecke in Alkohol eingelegt sind. Wohl gemerkt die größte Sammlung dieser Art im Mittleren Osten. Aufgrund des vollen Programms blieb uns jedoch nur wenig Zeit, die Vielfältigkeit eines Marktes in Jerusalem zu erleben.

Da das Council von Hevel Modi’in für eine Woche geschlossen hat, mussten wir die offizielle Verabschiedung der Verantwortlichen vorverlegen. Erneut wurde die enge Zusammenarbeit und Verbindung sowie die Wertschöpfung des Austausches betont. Bürgermeister Shimon Sousan und seine Helfer erhielten als Dankeschön eine Erinnerung an den diesjährigen Jugendaustausch mit Ammerthal. Shimon Sousan sendet ausdrückliche Grüße an die Verantwortlichen des Modi’in-Vereins und der Gemeinde Ammerthal.

Für den Abend hatten wir eine Einladung bei Liron in Lapid, der dort seinen 18. Geburtstag feierte. Zudem konnten wir dabei auch in Daniels Geburtstag reinfeiern.

Tag 3: Die Reise nach Jerusalem 1

Zuerst besuchten wir Yad Vashem – wörtlich übersetzt: Gedenkstätte der Namen. Während der 2 1/2-stündigen Deutschen Führung durch das Museum, welches sich ausschließich dem Holocaust widmet, wurden uns die Ausmaße der Judenverfolgung von 1933 – 1945 deutlich gemacht. Yad Vashem legt besonderen Wert darauf, allen Opfern ihre Identität zurückzugeben. Durch diese Dokumentation wurde uns bewusst, welche Schicksale der Großelterngeneration unserer Israelischen Freunde wiederfahren sind. Die Jugendlichen erhielten zum Abschluss dieses bedrückenden Besuchs die Möglichkeit, ihre Gedanken, Wünsche, Gefühle oder Hoffnungen auszudrücken. Mit einer typischen jüdischen Geste ließen wir unsere Eindrücke auf dem Gelände zurück, indem wir selbst beschriftete Steine an einem Monument niederlegten.

Der erste Besuch der Jerusalemer Altstadt führte uns in die Unterwelt. Mit “Hirnbirn” und Badehosen ausgerüstet stapften wir durch ein fast 2000 Jahre altes Tunnelsystem für Wasserversorgung, dem Hezekiah’s Water Tunnel, welcher in einer Länge von 530 Metern unter den Häusern der Altstadt verläuft.

Nach dieser Abkühlung gingen wir in das jüdische Viertel Jerusalems, dessen beteutendste Sehenswürdigkeit die Klagemauer ist. Eynav klärte uns zudem auf, dass Jerusalem der Schmelztiegel aller Religionen ist. Die Stadt beherbergt die wichtigsten Stätten der 3 Weltreligionen – Klagemauer, Felsendom und Grabeskirche. Letztere ist der Ort, an dem Jesus gekreuzigt und begraben wurde. Entlang des Kreuzwegs gelangten wir bis zur 14. Station direkt in die Grabeskirche. Trotz des straffen Programms nahmen wir uns die nötige Zeit, um Golgotha und das Grab Jesu zu besuchen/berühren.

Der letzte Programmpunkt spielte sich wiederum in der Unterwelt ab. Diesmal entlang der Westmauer des Tempels, unterhalb des Arabischen Viertels von Jerusalem. In dem sog. “Western-Wall-Tunnel” befindet sich die heiligste für Juden betretbare Stätte. Warum diese noch bedeutender als die Klagemauer selbst ist, würde den Rahmen unserer Berichterstattung eindeutig sprengen und uns noch weitere Stunden unseres kostbaren (eh viel zu wenigen) Schlafes kosten ;-)

In diesem Sinne, Laila Tov!

Tag 2: Gemeinsam sind wir stark!

Der Tag startete mit der Fahrt in den biblischen Garten von Neot Kedumim unter dem Motto “Selbsterfahrung, Führung und Teamarbeit”. Nach pädagogischen Übungen und theoretischem Input zum Thema wurden im Anschluss die angesprochenen Punkte spielerisch in die Praxis umgesetzt. Der Vormittag war gefüllt vom Schafe treiben bis hin zum gemeinsamen Kochen von typischen jüdischen Spezialitäten wie Shakshuka, Pita und Tahina. Sinn darin war, bei den neuen Teilnehmern das Eis zu brechen und das Gemeinschaftsgefühl der Gruppe zu stärken.

Wie stark dieses Gefühl der Gemeinden Modi’in und Ammerthal in den letzten 23 Jahren gewachsen ist, konnte man am Nachmittag deutlich spüren. Miteinander besuchten wir das Grab von Gili Zamir in Rishon LeZion, wo wir beteten und Blumen niederlegten. Gili war im letzten August während des Jugendauschtausches beim Kanufahren auf der Vils tödlich verunglückt. Seine Famile hat danach alle Teilnehmer zu sich nach Hause eingeladen.

Durch die Geste der Familie wurde wieder einmal deutlich, wie groß der Zusammenhalt der Partnerschaft zwischen Modi’in und Ammerthal tatsächlich ist. Nach diesem emotionalen Nachmittag ließen wir den Abend am Strand von Rishon zusammen mit den Gastfamilien ausklingen.

Tag 1: Begrüßung im Council der Kommune Modi’in

Das Israel ein besonderes Reiseziel ist, bekommt man bereits auf bayrischem Boden zu spüren. Die Maschinen in den Nahen Osten werden in der hintersten Ecke des Münchner Flughafens abgefertigt und die Kontrollen durch das Sicherheitspersonal penibelst durchgeführt. Nachdem die 4 Stunden Flugzeit für annähernd alle Teilnehmer wie im Schlaf vergangen sind, wurden wir letztendlich mit einem beherztem “Jalla Jalla” (auf gehts!) am Flughafen in Tel Aviv von Adi und Gugi begrüßt.

Grund für die Hektik war die Vorverlegung des Empfangs im Council von Hevel Modi’in von Dienstag auf Montag. Was lernen wir daraus? Trotz Deutscher Strukturiertheit immer schön flexibel bleiben :-) Wir waren überrascht, dass uns trotz des jüdischen Gedenktages (Zerstörung des Tempels) fast alle Israelischen Jugendlichen vom letzten Jahr begrüßt haben.

Auf direktem Weg ging es dann recht zügig zum Council, wo wir von Bürgermeister Shimon Susan und seinem Team herzlich empfangen wurden. Als Begrüßungsgeschenk gab es für alle Deutschen Teilnehmer ein “Überlebenspaket” für den Sommer in Israel – ein Camel-Bag, quasi ein Rücksack mit intigrierter H2O-Zufuhr :-)

Anschließend lernten die Jugendlichen ihre Gastfamilien kennen und verbrachten die ersten Minuten in jüdischem Ambiente. Abgerundet wurde der 1. Tag mit einem gemütlichen Beisammensein in Lirons Haus in Lapid. Der Eintrag für Dienstag folgt…